| In
N.Y. habe ich vieles gelernt - auch, daß sämtliche Rubriken, Definitionen
und Regeln, an denen ich schon immer - als Frau - meine Zweifel hatte - dort 'anders'
behandelt, aufgegriffen und vor allem diskutiert wurden. Alltag, Media, Kunst
- ihre Zirkulation und der Platz der 'eigenen' Stimme waren für mich die
Selektionspunkte in N.Y., von denen aus ich gelernt habe, mich zu artikulieren.
Ende 1993 bin ich zurück nach Deutschland gezogen, nach Berlin, wo ich auch
heute lebe und arbeite. Es war wichtig für mich, meine gesammelten Erfahrungen
und Eindrücke von Distanz zu reflektieren, um die 'issues', die mich interessieren,
zu formulieren. Ich bezeichne mein Vorgehen und Verlangen als 'Nahtstelle' oder
'Grey-Zone'. Dies wäre mir nicht möglich gewesen, wenn ich nicht den
'Alltag' mit all seinen Höhen und Tiefen in New York kennengelernt hätte.
To get thrown into the mess of life and working it out from there. Ich bin fest
überzeugt davon, daß ich dadurch einen ganz anderen Ansatz an Informationen,
Wahrnehmungen und Hinterfragungen verschärfen konnte. Diese Erfahrungen und
diesen Einblick kann man nicht kopieren. Nahtstelle - Grey-Zone ist auch das
Feld, das Ich als meinen 'Arbeitsplatz' strukturieren und formulieren will, der
in einem 'scheinbar' identifizierbaren Modus operiert, aber noch nicht definiert
ist. 'Meinen Arbeitsplatz gibt es noch nicht' (dies war der Titel meiner Einzelausstellung
im Kunstverein München, März 1997) Ich arbeite u.a. mit einem Anliegen,
das die 'Bildende Kunst' wieder mit der 'Außenwelt' verbindet. In diesem
Sinne - ich arbeite im Kunstbereich und neben der 'regina'-Zeitschrift gibt es
Arbeiten von mir außerhalb des Print-Medias - Media-übergreifend.
Ich komme von daher ganz einfach von einem Interesse verschiedene Medien zu reflektieren,
ihr 'kreatives' Potential zu selektieren, um Mechanismen, Rules zu dehnen und
eine weitere Information innerhalb oder außerhalb dessen etwas als Diskurs
zu bieten.. Sei es bildende Kunst, sei es Grafik, sei es Film, sei es Mode, etc.
Meine Interessen und Fragen, wie auch Reflektionen und Suche nach Auseinandersetzung
sind vielschichtig. Es gibt für mich keine Rubrikenzuteilungen: ich bin weder
Model, noch Photographin, noch Stylistin, noch Architektin, noch Grafikerin, noch,
etc. - und - ich arbeite mit ihnen und irgendwie biete ich eine Nahtstelle zwischen
Kunst und Alltag, Kunst und Comic, Kunst und Media. Ich stehe dabei - mit meinem
Einsatz/Interesse und Wollen- nicht unbedingt im Vordergrund. Ich arbeite auch
im Hintergrund. Wichtig ist mir, daß die Charaktere sich formulieren und
ein Anliegen da ist, das sich nicht in die Tradition des 'selling' Objects begibt.
Es geht mir nicht um 'Ausstellungen' um 'auszustellen'. Ich will keinen weiteren
'show-room' als 'display'. Abgesehen von 'regina'-Zeitschrift sind auch sämtlich
meiner 'künstlerischen' Arbeiten 'Nahtstellen' zwischen Kunst und Alltag.
Ich stehe Definitionen und deren Limitierungen sehr ambivalent gegenüber
und das haben alle meine künstlerischen Arbeiten gemeinsam. Sie lassen sich
nicht leicht kategorisieren, sind aber identifizierbar. Nur als Beispiel: Katzen-Baum,
Puppen-Haus, Generation-Jeans, Embodiment-Label, Film oder wie meine Arbeit 'Meinen
Arbeitsplatz gibt es noch nicht'.
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Aus welchen
Gründen geben Sie die Zeitschrift heraus? Mit welchem Ziel?
Regina
Möller: Ich kann es nicht leiden, wenn man etwas in einen (goldenen)
'Käfig' setzt. Das Natürliche wird solange kultiviert bis es als 'natürlich'
verstanden wird. Eine Erleichterung von Stereotypisierungen. In diesem Sinne -
nicht nur mass-media, auch die Bildende Kunst trägt dazu bei. Den goldenen
Käfig kenne ich - als Frau und jetzt auch noch als Künstlerin - nur
zu gut, und es war ganz einfach an der Zeit aus ihm herauszutreten. Für mich
ist es wichtig, daß die Kunst oder meine Arbeiten ein breiteres Publikum
ansprechen kann, was aber nicht impliziert, daß man in die Schiene von mass
media geht. Es geht mir um einen Austausch, um Wechselbeziehungen, Informationen
zu artikulieren und sie zu verbreiten und das bedeutet ein weites Spektrum zu
reflektieren, sich damit auseinanderzusetzen und so zu erarbeiten, daß Informationen
und die kreative Arbeit auf verschiedenen Levels gelesen werden können. Dies
ist eine Auseinandersetzung ,die ich schon in der Vorproduktion von 'regina' z.B.
mit Personen aus verschiedenen kreativen Bereichen eingehe und mit ihnen das zu
artikulieren versuche. Es werden Maßstäbe und Größenverhältnisse
verschoben, ähnlich des Prinzips der 'Collage'.
Wie
setzt sich der Inhalt zusammen? Setzten Sie einen Schwerpunkt?
Regina Möller: Jede 'regina'-Ausgabe hat einen Themenschwerpunkt.
Die Null-Nummer hatte zum Thema 'Reproduktion', die zweite Nummer 'Meinen Arbeitsplatz
gibt es noch nicht', und die dritte Ausgabe 'women & production - class &
distribution'. Je nach Thema wird auch die Text-Ausgabe des Heftes 'inhaltlich'
strukturiert. D.h. für die Null-Nummer hatte ich haupts. Schon erschienene
Interviews, Texte, Aufsätzen, etc. in editierter Form und in einem anderen
Kontext und Ablauf wiedergegeben. Für die zweite Ausgabe lud ich hpts. Autorinnen
und Autoren zu einem von mir vorgestellten Thema ein und für die dritte Ausgabe
führte ich in erster Linie Interviews, die entweder als Frage/Antwort oder
als O-Ton Erzählung in der 'Ich'-Form wiedergegeben wurden.
Wie
läuft der Prozeß von der Planung bis zur Ausführung der Zeitschrift
ab?
Regina
Möller: Als erstes muß ich dazu sagen, daß die Produktion
keiner Zeitschriften-'Redaktion' gleicht. Ich - als Regina Möller - stehe
hinter dem gesamten Heft und Ablauf und bin sozusagen die Redaktion,, die alle
(Erzähl-)Fäden und Bürokratien zusammenhalten muß.. Sämtliche
Informationen, Texte, etc., aber auch Ausgaben, Kosten, etc. laufen bei mir zusammen
als Ansprechspartnerin. D.h. es gibt keine langen Sitzungen mit permanenten hierarchischen
Rücksprachen und Entscheidungen von Personen, die den gesamten Ablauf nur
aus einem entfernten Blickwinkel kennen und entscheiden. Ich arbeite für
jede Ausgabe mit einem Team, das ich mit Hilfe der jeweiligen Institution, die
das Heft finanziert und publiziert, zusammenstelle. Es gibt am Anfang eine Aufgabenzuteilung,
aber interessant wird es dann, wenn die einzelnen Personen aus ihren Grenzen heraustreten,
kommunizieren und dann damit den Charakter weiter mit mir formulieren. Ich arbeite
auch mit einem Team, das sich nicht nur als technische versierte Profis versteht,
sondern Interesse und Inhalte hat und will Wichtig ist bei der Produktion meine
Anwesenheit und wenn nicht anwesend, zumindest, daß sie mich sofort erreichen
können - ohne lange Schaltungen und Wege. Ich habe zu all den Personen in
diesem Zusammenhang engen Kontakt. Wir kommunizieren und tauschen anhand der Produktion
Ideen aus - darüber kann sich ein ganz neues Spektrum eröffnen, das
in 'regina' miteinfließt. Auch an den bürokratischen Arbeiten bin ich
beteiligt. Ich brauche sicherlich die jeweiligen Institutionen als Rückenstärkung,
zur Finanzierung und als organisatorische Unterstützung, aber gleichzeitig
unterstütze ich die Personen, indem ich parallel dazu daran arbeite und sie
damit nicht allein lasse. Es gehört zu 'regina' und zu dem gesamten Thema
und Inhalt - auch mit Budgets und Bürokratie zu arbeiten. Ich bin sicherlich
auch ein control-freak bei dieser Produktion. Denn, ich habe keine Lust auf nachhaltige
Mißstimmungen, aufgrund von (falschen) Zurückhaltungen, d.h. gewisse
Schwierigkeiten nicht erwähnt und angegangen werden. Rücksprache, Tips,
Zusammenarbeit, etc.- will ich haben und, selbst wenn das eine oder andere 'unmöglich'
erscheint, dieses besonders zu erarbeiten und nicht aufgeben. Als erstes
muß der Budget-Rahmen stehen. Von diesem Rahmen aus, kann ich erwägen,
ob eine Ausgabe von 'regina' möglich sein könnte. Selbst wenn das Budget
bestimmte Vorhaben nicht einbezieht, geht es dann los, daß ich mit Überlegungen
an die Institutionen herantrete, wie womöglich dies oder jenes doch zu finanzieren
wäre. D.h. ich verlange als erstes ein definitives finanzielles Grundraster,
von dem aus ich arbeiten kann und mich aber auch nicht abschrecken lasse, ein
Konzept zu erstellen mit Vorhaben, die wichtig sind, aber evt. in der Finanzierungsmöglichkeit
noch nicht miteinbegriffen sind, und dennoch realisiert werden können. Das
macht 'regina' mit aus, das Interesse und der Einsatz der jeweiligen Institution,
mit der ich 'regina' veröffentlichen will und veröffentliche. Der Ablauf
der Produktion ist einem Koordinatensystem vergleichbar, indem verschiedene Kurven
eingezeichnet werden. Und diese verhalten sich proportional - aber die eigentliche
Aussage zeichnet schon andere Dimensionen innerhalb des Koordinatensystems.
Vorproduktion: Research - dafür habe ich Assistentinnen und Assistenten,
mit denen ich an der gesamten Produktion eng zusammenarbeite und meine engen KommunikationspartnerInnen
sind. Adressenkartei, Kontaktherstellungen, erste Besuche für Gespräche
und Interviews oder per Telefon, Materialsammlungen, Buchführung - permanente
Buchführung über Ausgaben und Einfordern von Informationen, die von
anderer Seite für 'regina' in Ausgabe stehen, Terminplanungen - Deadlines,
transkribieren von Texten, Texte/Texten, redigieren von Texten, etc., Rücksprache
mit Autoren und Autorinnen, Inhaltliche Auseinandersetzungen, Treffen und Interviews
mit den Photographinnen, Stylistinnen und Grafik, Designerinnen, Vorstellen von
'regina'- Aufwand und Zeitplan. Mit den Photographinnen und Stylistinnen für
das Cover habe ich z.B. immer ein Vorgespräch (nach Zustimmung ihrerseits
die Coveraufnahmen zu machen). Wir gehen dann, meinen Inhalt, approach, etc. durch
und tauschen Ideen für das Cover aus. Make-up, Haare, Blick, etc. wird besprochen
, um allem Vorbereitungen für das Shooting zu treffen. Mit der grafischen
Produktion ist es ähnlich. Die GrafikerInnen erhalten von mir die storyboards
mit allen Einzelheiten von Bild/Text, Seitenablauf und Bild/Textmaterial. Das
wird im Computer eingespielt. Dann geht die Arbeit mit ihnen zusammen erst richtig
los. Ich sitze bei der Produktion tag-täglich neben den GrafikerInnen und
wir gestalten Seite für Seite. Dabei ist es für mich wichtig, daß
sie nicht nur technisch vorgehen, sondern über ihr Verständnis, ihre
Arbeit, die für mich ebenso 'kreativ' ist wie die 'bildende Kunst', anhand
des Inhalts ihre Kritik, etc. äußern. Wir erstellen dann zusammen -
in unserem Dialog - ein 'Grid' - eine Sprache - aus dem professionellen Grafik
kommend, um ein individuelles Heft 'regina' zu formulieren. Das ändert sich
von Ort zu Ort und von Team zu Team mit mir in Zusammenarbeit und schafft auch
Verbindungen untereinander. Das Cover gibt die Signale dafür: Es arbeitet
zeitlos. Nichts modisches oder eine Trendvermittlung ist zu erwarten. Die Portrait-Aufnahme
ist ohne Kleidung, ohne Accessoires. Das, was 'Zeit' auf dem Cover aufgreift,
ist mein 'Alter', älter werden, sich weiterentwickeln/aufwachsen und damit
eine Verbindung zu den Inhaltsseiten, die Rubriken 'anders' thematisieren. Ich
bin von daher eher den Psychologien eines Comics verwandt, als dem der Frauen-Mode-Zeitschriften.
Ich möchte hier betonen, daß 'regina' keine Mimik ist. Sie arbeitet
mit verschiedenen Profis, ihren Sprachen, know-hows, um die Grenzen von Arbeits-/Aufgabenzuteilungen
und Produktionen zu dehnen. Für mich ist es 'kreativ' ein 'cross'connected
reading zu schaffen. Der Prozess der Produktion von 'regina' macht auch 'regina'
mit aus. Schon im Vorfeld der Veröffentlichung gibt es eine starke Verbindung
zu 'Realitäten' und im Prozeß der 'Entwicklung' von 'regina' wird ein
Charakter formuliert, der zwischen Dokumentation und Fiktion steht.
Sie
arbeiten als alleinige Herausgeberin ihrer Publikation. Was hat diese Entscheidung
motiviert?
Regina Möller: Ich glaube diese Frage, habe ich schon mehr oder
weniger in den oberen Kapiteln beantwortet. Wie gesagt, 'regina' als Zeitschrift
ist in ihrer Produktion mit herkömmlichen 'Redaktionen' nicht vergleichbar.
Das macht 'regina' aus ist auch langwieriger, unstetiger, man kann nicht abschätzen,
was demnächst kommt oder wann. Sie ist uneinschätzbar und trotzdem identifizierbar
geworden. Darauf bin ich stolz. Sie wird solange leben und mit mir wachsen und
älter werden, solange ich sie am Leben erhalten will. An einer Zeitschrift
arbeite ich ca. 6-8 Monate full-time. Das kann sich keine Zeitschrift auf dem
Markt leisten.
Können
Sie bitte die Entwicklung vom ersten bis zum letzten Heft kurz beschreiben? Regina
Möller: Diese Frage kann ich so nicht beantworten. Da die Entwicklung
aus sich herauskommt. Dazu gehört auch ein feed-back, Resonanz. Ja, vielleicht
kann ich soviel dazu sagen, daß ich nach der Null-Nummer, obwohl es eine
reduzierte Auflage hatte (1000 Auflage) und ein limitiertes Leserinnen-Publikum,
ich soviel positive Resonanz bekam und mich entschied, ein weiteres Heft zu produzieren.
Das dritte Heft, was vielleicht auch interessant ist, entstand als mein Beitrag
als 'Künstlerin' für die internationale Gruppenausstellung 'artranspennine'98'.
'Artranspennine ist eine Partnerschaft/Organisation zwischen Tate Gallery Liverpool
und Henry Moore Scultpure Trust in Leeds. Ich wurde neben 50 internationalen Künstlerinnen
für die Ausstellung eingeladen und der Vorschlag kam von Iwona Blazwick (Gastkuratorin
für die Ausstellung), daß ich eine weitere Nummer der 'regina'
Zeitschrift herausgebe. Es hat mich gefreut, daß ich gezielt auf 'regina'
als Kunst-Beitrag angesprochen wurde, außerhalb von Deutschland (die ersten
beiden Hefte waren in Deutsch). An der 3ten Nummer habe ich mit Iwona Blazwick
eng zusammengearbeitet und es freut mich sehr, wie die Zeitschrift als 'Beitrag'
und anders als Produkt für 'Bildende Kunst ' gelesen wird und kann. HINTERGRUND Welche
Auflage/Druckform hat die Zeitschrift und wie wird sie vertreiben?
Regina
Möller: Ich fange mit ihrer Frage in Beantwortung von hinten an. Die
Zeitschrift hat in den ersten beiden Ausgaben eine Auflage von je 1000 und die
3te Nummer 2000. Das heißt sehr begrenzt, kleinen LeserInnenkreis. 'regina'
arbeitet von innen nach außen. Sie wird innerhalb des Kunstkontext produziert,
aber auch zum Teil an Kiosken distribuiert. Das Publikum in einer Kunstinstitution
wird genauso überrascht sein wie ein Publikum am Kiosk. Es ist sicherlich
keine wissenschaftliche Publikation in dem und dem Fachgebiet, aber es greift,
wissenschaftliche Texte von Autoren und Autorinnen, die in bestimmten Zielgruppen
nur gelesen oder wahrgenommen werden auf. Es ist eine Collage und eine eigene
Identität. 'regina', die kommuniziert, informiert und unterhält. Für
mich gibt es die Grenzen von Alter und damit verbundenen 'Wissen' nicht, wenn
es keine Kommunikation gibt. Ich arbeite mit Personen, die sind z.T. jünger
oder auch wesentlich älter als ich. Ich kommuniziere und bin neugierig für
sämtliche Altersgruppen. Ich beobachte z.B. gerne Teenager. Ich mag ihre
Rebellion und gleichzeitig, sehe ich mich selbst, wie ich meine Erfahrung in dieser
Rebellion nicht wiederfinden kann. Aber , sie setzen Zeichen und das werde ich
nicht aufgeben zu beobachten und mit ihnen auszutauschen.
Wer
macht die Gestaltung? Regina
Möller: Auch was die Gestaltung betrifft, beantwortet - s.o.
Welche
Infrastruktur steht Ihnen zur Verfügung (Büro/zu Hause...)? Regina
Möller: Für die Produktion und Realisierung von 'regina' hatte ich
soweit immer Institutionen hinter mir. Von deren Basis an Infrastruktur satelliere
ich.
Wie
sieht das feed back aus, das sie bekommen? Regina
Möller: Ich kann mittlerweile sagen: 'regina' ist eine Stimme geworden,
die sich nicht kopieren läßt und nicht kopiert werden kann.
Wie
finanzieren Sie ihre Zeitschrift? Gibt es dazu Finanzierungsmodelle im Sinne alternativer
Ökonomien? Regina
Möller: Dafür kann ich kein Modell bieten, schon gar kein Rezept.
Es ist ein permanentes Thema, das man auch nicht umgehen und auslassen sollte.
Und die Kunst, muß sich dies noch eingestehen, daß sie auch in einem
'business' operiert.. Aber, ich verwehre mich gegen ein Rezept. Für mich
ist wichtig, daß es zum Thema kommt, aber nicht am 'Geld' scheitert.
Wie
werden die AutorInnen vergütet (durch Freiexemplare, Publizität?) Ist
die Publikation auf Freundschaftsbasis bezüglich Finanzierung angewiesen? Regina
Möller: Ihre Frage ist sehr direkt und gleichzeitig 'offen'. Wie o. beschrieben,
ich muß den Budgetrahmen kennen und damit umgehen. Es ist wichtig für
mich - keine Kompromisse wegen Budgetprobleme einzugehen, sondern aus diesen bekannten
Grenzen dennoch Issues herauszuarbeiten, realisieren zu können. Mit sämtlichen
BeteiligtInnen, BeitragerInnen an den Ausgaben von 'regina' werden die 'Vergütungen'
von Anfang an besprochen und eingehalten.
KONTEXT
Welche Verbindung sehen Sie zwischen
der von Ihnen herausgegebenen Zeitschrift und der Frauenbewegung/zum Feminismus?
Sehen Sie eine Verbindung zwischen ihrer Publikation und der Riot-Grrrl-Bewegung
bzw. einer Do-It-Yourself-Philosophie? Regina
Möller: DIY ist eine meiner aufgegriffenen Philosophien. Der Katzen-Baum
ist z.B. nach einem knockdown Prinzip konstruiert worden, das ein erweitertes
off-shoot von DIY ist. 'Film', 1993 war ebenfalls eine DIY Philosphie.
Bewegen
Sie sich in einer Zine-Gemeinschaft? Verorten Sie sich in der Subkultur?
Regina
Möller: Wenn, dann bin ich eher 'a cultural terrorist'.
Welche
Rolle spielt für Sie das Internet? Verändert diese Art von Publikation
ihre Publikationspraxis?
Regina
Möller: Eine lange und interessante Geschichte. Das Internet, Website,
Cyberspace hat, abgesehen von schnellen Austauschmöglichkeiten, dennoch ein
Problem der Anwendung und Zugang. Ich plane gerade mit ProgrammierInnen eine www.
einzurichten., die 'easy' zu öffnen ist. Ich mag nichts weniger, als an der
www. zu hängen und dann endlich eine box anzuklicken und dann gibt es mir
keine connection, weil 'leer'.
Herzlichen
Dank!
( Interview via e-mail.) ____________________________________________________________
Möller,
Regina (Hg.): regina. Reproduktion, Stuttgart: Künstlerhaus Stuttgart,
Oktober 1994. Dies.:
regina, München: Kunstverein München, 1997. Dies.:
regina, Manchester/Leeds/Liverpool: artranspennine (Partnerschaft zwischen Henry
Moore Sculpture Trust und Tate Gallery Liverpool). 1998. http://www.regina-magazine.de
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